Das Schloss von Sammezzano und die Legende der “weinenden Löwen”

 

Das Schloss steht in der Gemeinde von Reggello, etwa 30 km von Florenz entfernt. Es wurde um ca. 200 v. Chr. auf den Mauern römischer Ruinen errichtet. Im 13. Jahrhundert befand sich das Schloss zunächst im Besitz der florentinischen Familie von Cipriani, ging dann an die Familie der Gualtierotti und danach besaß die Familie der Medici das Anwesen. Ferdinand, Sohn von Cosimo dem I., verkaufte das Eigentum an Sebastiano Ximenes von Aragona. Dieser hinterließ es Ferdinand Panciatichi, der die Bauarbeiten plante und ausführte, die von 1853 bis 1889 dauerten und das Schloss in einen Traum aus “1001 Nacht” verwandelten.

Das Gebäude ist eine Mischung aus Stilrichtungen, vom Maurischen bis zum Neugotischen. Die Säle (Pfauensaal, Liliensaal und Stalaktitensaal) sind mit Säulen, Kapitellen, Bögen, Kuppeln und Gewölben aus buntem arabischen Gips fächerförmig dekoriert.

Im Park um das Schloss befinden sich viele exotischen Pflanzen, darunter 57 große Mammutbäume, die über 35m hoch sind und deren Stämme einen Durchmesser von 10m haben.

Im Moment setzt sich die Stadt für die Wiederherstellung ein und will das Denkmal vor dem Zerfall retten.

Über dieses Schloss gibt es eine Legende:
Es wird erzählt, dass zuerst die Möbel, viele Rosetten, Kronleuchter und andere Hausratsgegenstände gestohlen wurden. Danach haben Diebe die Hunde aus Stein und die Sphinx, die aus einer Brennerei in Leccio stammten, entwendet. Im August 2005 schließlich verschwand einer der beiden “weinenden Löwen”. Sie wurden 1887 zum Schutz der Krypta aufgestellt, um den edlen Besitz zu bewachen.

Auf den zwei Löwen liegt ein Fluch! Es heißt, dass derjenigen, der sie entweiht, den gleichen Tod erleidet wie Panciatichi, der im Jahre 1897 durch fortschreitende Lähmung gestorben ist.

Im Februar 2006 gestehen zwei Personen, die an fortschreitender Lähmung leiden und in ein regionales Krankenhaus eingewiesen wurden, kurz vor ihrem Tod: “Wir haben den weinenden Löwen aus dem Schloss gestohlen und ihn an einen Antiquitätenhändler verkauft.” Im März 2006 starb der besagte Antiquitätenhändler ebenfalls an fortschreitender Lähmung, aber der Löwe wurde nicht gefunden. Fast ein Jahr später, im Januar 2007, starb ein lombardischer Sammler an der gleichen Krankheit. Er hatte das Kunstwerk in Assisi erworben. Der Löwe wurde jedoch nicht in seiner Villa gefunden. ... Geht der Fluch weiter?

 
 
 
 

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